introducing the postnatural

Mother Nature is dead, long live Mother Nature!

Organismen und Lebensräume sind seit dem Auftreten des Menschen und damit auch dem der Technik fundamental verändert worden. Diese wechselseitige Beeinflussung erfordert eine neue Betrachtungsweise und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff.




Die Entgegenstellungen/Dichotomien klassischer Natur-Konzepte greifen heute nicht mehr.





Dies bedeutet, nicht erst im Zeitalter von Gentechnik, Prothesen oder künstlicher Intelligenz bricht die Integrität des Menschen und unser klar definiertes Bild von Natur zusammen,


sondern der Mensch hat sich seit Anbeginn zusammen mit anderen Organismen entwickelt.





Der Naturbegriff erhält also etwas Unbestimmtes. Die Berufung auf Natur wird zur Ideologie, zum falschen Bewusstsein.



„Es ist unklar geworden was Natur ist, was wir darunter verstehen,
ob was wir als Natur ansehen überhaupt Natur ist,
und schließlich welche Natur wir wollen.”


G. Böhme: Natürlich Natur.
Über Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit (1992)



„Nature doesn't exist… so what we need is ecology without nature,
ecology that accepts this open, imbalanced, denaturalized,
if you want, character of nature itself.“


Slavoj Zizek on "Ecology without Nature" by Timothy Morton






ecology without nature

redefining a hybrid structure

[...](altgriechisch oikos ‚Haus‘, ‚Haushalt‘ und logos ‚Lehre‘; also „Lehre vom Haushalt“) ist gemäß ihrer ursprünglichen Definition eine wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie, welche die Beziehungen von Lebewesen (Organismen) untereinander und zu ihrer unbelebten Umwelt erforscht. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff zunehmend auch zur Bezeichnung der Gesamtumweltsituation verwendet, wurde dadurch aber auch insgesamt diffuser. (Wikipedia)




Ökologie dient als Grundgerüst für eine Architektur in der biologische, mechanische, chemische, menschliche und digitale Systeme kommunizieren und koexistieren.



︎︎︎
Eine Architektur die einerseits geprägt durch einen kybernetisch-romantischen Optimismus, an einem dynamischen Equilibrium zwischen Nutzerinnen und ihrer Umgebung arbeitet.

︎︎︎
Andererseits eine Architektur, die einen radikalen Standpunkt im Sinne einer dunklen, unheimlichen Ökologie vertritt, welche nicht den Menschen priviligiert, Natur unverschönt, und alte Konzepte auflöst.












eco-tech architecture
reactions to an everchanging environment



Ziel meiner Untersuchung ist es,
die anthropozentrische Ausrichtung der Architektur
und deren Beziehung zu einer postnaturellen Umgebung zu hinterfragen.

 
Dazu müssen die Verhältnisse und Wechselwirkungen
zwischen gebauter und natürlicher Umwelt
in einem Zustand ökologischer Ungewissheit untersucht
und neu definiert werden.



Hierbei möchte ich mir die Frage der (spekulativen) Gestaltung stellen. Es wird an öko-technischen Architekturen geforscht,
welche sich innerhalb Bereichen der Adaptivität, Infrastrukturalität,
Cohabitation und Materialität
bewegen. 





„If the technology is the problem, it has to be the cure.
Going back to the way things are is not an option“


Benjamin Bratton: The Terraforming (2019)






adaptive architecture
beyond rigidity and formal biomorphism


Wie gestaltet sich eine Architektur der Responsivität, oder Adaptivität im Kontrast zu zeitgenössischer Architektur, die meist in einem Funktionalismus von Beständigkeit, Rigidität und Langlebigkeit gründet?



Friedrich Kiesler Endless House (1950)


Shigeru Ban Naked House (2000)

materiality
the natural and the synthetic

Wie können digitale Technologien zu einer neuen Baukultur führen, bedingt durch Prinzipien wie Zeitlichkeit, Zerfall, sowie Zirkularität ?





KUKA KR-150 mit Kettensäge
Hooke Park, England



Tablet aus Rinderblut und Sägemehl
Frankreich (um 1900)


human-nonhuman-convivality
interspecies cohabitation

Wie definiert sich interspezifisches Zusammenleben, das über ein reines Nutzverhältnis hinaus eine gleichwertige Koexistenz ermöglicht?



Wohnstallhaus
Frankreich (um 1900)



Rosemarie Trockel und Carsten Höller
Ein Haus für Schweine und Menschen
(1997)

energy + infrastructure
survival through nonhuman architecture

Wie können posthumane Architekturen der Infrastruktur einen Beitrag zur nachhaltigen Energiegewinnung und der CO2-Speicherung liefern?




Vollautomatisierte Fabrik mit Zen-Garten
Uralgebirge, Russland



The duplicative forest
Oregon, USA

 








methodology
an inductive-deductive work approach


︎  Research


Ausgehend von einer Sammlung, Sortierung und Einordnung von Gedanken, Definitionen, Ideen, Fakten und Fiktionen zum Verhältnis von Technologie, Architektur und (post-)Natur, soll eine  Wissens-Assemblage entstehen, welche über herkömmliche und eher lineare Archivierungsmethoden hinausgeht.

︎  Experiment + Auswertung


Das gesammelte Material dient als Ausgangspunkt für eine Serie experimenteller Architekturen. Diese werden dokumentiert, ausgewertet und diskutiert.


︎  Design + Prototyping


Nach einer Reduzierung auf 1-3 Projekte erfolgt eine Vertiefung und Ausformulierung.
Ziel hierbei ist die analog-digitale Fabrikation eines (physischen) Protoyps.

︎  Präsentation + Ausstellung


Es wird eine multimediale Vermittlung des Projekts angestrebt. Hier muss vor allem auf die aktuelle Situation (digitales Semester) reagiert werden, die Vermittlung der Inhalte erfolgt  über diese Website.




“We are interested in developing apparatuses in correlation,
in co-dependencies with the species that are supposed to be protected.
The architecture as a transgender process, which is never completed,
always in the between of the make-up and the surgery,
porous to our own pathology, bodies and mind diseases,
as a clue to negotiate the living together.”


François Roche / New-Territories (R&Sie(n)